Lebensweise / Steckbrief

 

 


 

Feldwespen

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Vorkommen Nistweise

Polistes
Feldwespen

Polistes dominula Haus-Feldwespe  
(ehem. Gallische- oder Französische Feldwespe)
ganz Deutschland warme, sonnenbeschienene, geschützte Hohlräume,
unter Welleternit, Dachziegel, Dachfenster etc.
Polistes nimpha Heide Feldwespe Süd-, Mitteldeutschland, östl. Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg sonnige Lebensräume,
Freinester an Pflanzenstängeln oder Steinen
Galerie 1 Galerie 2 Galerie 3
Polistes bischoffi Zierliche Feldwespe Süddeutschland sonnige Lebensräume,
Freinester an Pflanzenstängeln oder Steinen
Polistes biglumis Berg Feldwespe Süddeutschland sonnige Lebensräume,
Freinester an Pflanzenstängeln oder Steinen
Polistes atrimandibularis Berg-Feldwespen-Kuckuckswespe Süddeutschland parasitisch
Sozialparasit
der Berg-Feldwespe

 


 

Stellvertretend, für die in Deutschland vorkommenden fünf Feldwespenarten, wird hier die

Haus-Feldwespe (Polistes dominula), ehemals gallische- oder französische Feldwespe beschrieben:

 


Merkmale:

Feldwespe an Eternitwelldach

Bei dieser Wespenart ist sehr auffallend, der am Bruststück ansetzende, tropfenförmig ausgebildete Hinterleib.

Weiterhin auffallend sind die lang nach unten hängenden Beine während des Fluges. An diesem Merkmal kann man schon von weitem eine fliegende Feldwespe erkennen und bestimmen.

(c) H.-J. Hellwig - www.diginatur.de -  Feldwespe im Anflug

 

Größe:

Königin:        13 - 18 mm

Arbeiterin:    12 - 15 mm

Männchen:   12 - 16 mm

 

Feldwespennest in einem Zeitungsrohr (c) Copyright by Alex Schlecht 2003, www.bombus.de

Lebensraum:

Die sehr Wärme liebende Wespenart ist häufig im Siedlungsbereich anzutreffen. In Deutschland besonders südlich der Mainlinie häufig vorzufinden. Die Nester werden oberirdisch angelegt. Bewohnt bevorzugt Dachböden oder Schuppen, wo das Nest z.B. an Dachziegeln, an Welleternitplatten oder an Bretter geheftet wird.

Feldwespen am Zeitungsrohr-Nesteingang (c) Copyright by Alex Schlecht 2003, www.bombus.de

Aufnahme © Harald Mayer

In wärmeren südlichen Regionen liegen die Nester auch offen und werden zeitweise an Pflanzenstängel oder Steine geheftet.
Meist handelt es sich hierbei um die Heidefeldwespe - Polistes nimpha

Aufnahme © Johannes Fichtelmann

 

Jahreszeitliches Erscheinen:

Nestsuchende Königinnen ab Anfang April.

Erste Arbeiterinnen erscheinen ab etwa Anfang Juni.


Aufnahme © Ralf Schreck

Lebenszyklus bis etwa Mitte September.

Mit dem ersten erscheinen der Geschlechtstiere (Männchen (Bild links) und Jungköniginnen) stirbt das Nest langsam ab und die Saison neigt sich dem Ende.

Nach der Paarung (Bild rechts) überwintern lediglich die befruchteten Königinnen, um im nächsten Jahr ein neues Feldwespennest zu gründen.


Aufnahme © Ralf Schreck

 

Feldwespenkolonie in Fahrradschuppen

Nestansicht:

Das Nest besteht aus nur einer etwa Handteller großen Wabe ohne Nesthülle. Es kann einen Durchmesser von über 10 cm erreichen.

Als  Baumaterial dient verwittertes Holz von z.B. verwitterten Brettern und Pfählen. Zeitweise treten ganze Kolonien auf.

 

Volksstärke:

Im Durchschnitt besiedeln kaum mehr als 10 bis 30 Tiere das Nest.

 

Nahrung:

Arbeiterinnen ernähren sich hauptsächlich vom kohlehydrathaltigem Pflanzennektar der Doldenblütlerarten.

Zur Aufzucht der Brut wird tierisches Eiweiß benötigt. Insekten, insbesondere verschiedene Fliegenarten, Stechmücken usw.

 

 

Feldwespennest in Geraeteschuppen

Feldwespennest an Dachziegel

Verhalten:

Zeitweise beteiligen sich mehrere Vollweibchen (Königinnen) an der Nestgründung. Hierbei dominiert allerdings eine der Königinnen (Alphatier). Sollte das Alphatier ausfallen, übernimmt die nächste Königin die Aufgabe.

Diese Wespenart ist sehr friedfertig. Nur bei Erschütterungen oder Störungen im allernächsten Nestbereich werden Angriffe geflogen.

Der Stich verursacht, wenn der Stachel überhaupt die menschliche Haut durchdringen kann, nur einen kurz andauernden Schmerz.

Im Herbst werden von den Königinnen Überwinterungsgemeinschaften gegründet. Nicht selten wird dabei das Mutternest genutzt.

In keiner Weise sind Feldwespen lästig oder gar schädlich.

 

 

 

 

 

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