Wachsmotte

Galleriinae

 

 

Aufnahmen: Harry Abraham © 2007 I www.das-hummelhaus.de


 

Steckbrief

 

Die Wachsmotte gehört in die Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) und hier in die Familie der Zünsler (Pyraloida).

 

Etwa 300 Arten sind Weltweit bekannt, von denen sieben Arten auch in Mitteleuropa vorkommen.

 

Die bekanntesten Arten sind die

  • große Wachsmotte (Galleria mellonella)

  • kleine Wachsmotte (Achroea grisella)

  • Hummelnestmotte oder Hummel-Wachsmotte (Aphomia sociella)

Letztere befällt auch Wespen- und Hornissennester, wobei häufig befallene Nester von Dolichovespula saxonica, der sächsischen Wespe entdeckt werden.

 

Ihr Verbreitungsgebiet stimmt mit jenen Gebieten ihrer Wirtsnester überein.

Die Verbreitung wird aber durch die Unfähigkeit der Wachsmotte begrenzt, indem sie keine längeren kühlen Perioden übersteht. Dadurch wird Wachsmottenbefall in Bienen- oder Hummelestern in höheren Lagen gar nicht oder selten auftreten.

 

Erwachsene Wachsmotten selbst können keinen Schaden verursachen, weil deren Mundwerkzeuge verkümmert sind. Sie leben nur bis zu drei Wochen und nehmen während dieser Zeit keine Nahrung auf. Nur die Larven fressen und zerstören die Waben.

 

 

Mit einer Flügelspannweite von 30 mm erscheint der erwachsene Kleinschmetterling recht groß.

Die imaginären Tiere sind bräunlich-weiß gefärbt und kommen von Mai bis September vor.

 

Die Larven der Wachsmotte sehen hellgrau-gelblich-beige aus. Sie besitzen einen rötlich braunen Kopf, der mit einem bräunlichen Nackenschild versehen ist.

 

Entwicklungsstadien:

Die Entwicklung der Wachsmotte durchläuft vier Stadien:

  • Ei,

  • Larve,

  • Puppe und

  • erwachsenes Tier.

Diese Entwicklung kann unterbrochen werden, wenn die Temperatur zu tief ist oder wenn die Nahrung fehlt. Der Zyklus dauert, je nach Temperatur und Nahrung, sechs Wochen bis sechs Monate. Eine Überwinterung kann als Ei, Larve oder Puppe stattfinden.

 

Ei

 

Die Weibchen legen ihre Eier, angelockt von Nektar und Pollenduft, mit Hilfe ihres Legeapparates in Spalten und Risse unmittelbar in Nestnähe des Wirtsnestes ab. Bei Wespennestern werden die etwa 0,5 mm kleinen Eier Nachts, im Eingangs-/Einflugbereich des Nestes abgelegt, die später von den Wespen selbst eingeschleppt werden.

Larve
 
Nach dem Schlüpfen suchen sich die kleinen Larven sofort eine Wabe. Um sich zu ernähren baut sie dabei die mit Seide ausgekleideten Fraßgänge. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Larve ist dabei von Temperatur und Nahrungsangebot abhängig. Bei guten Bedingungen kann sich das Gewicht der Larve während den ersten 10 Tagen täglich verdoppeln. Die Larven ernähren sich in Bienen- und Hummelnestern nicht nur von Abfällen, sondern ernähren sich auch räuberisch von der Bienen- und Hummelbrut. Ein Befall durch die Wachsmotte führt gewöhnlich zum Nestverlust. Selbst große Völker werden durch die Raupen innerhalb weniger Wochen zerstört.
Am Ende des Larvenstadiums spinnt die Larve auf einer festen Unterlage am Nestboden oder Decke einen sehr widerstandsfähigen Kokon aus Seide. Sie fertigt oft ihren Kokon in einer Einbuchtung, die sie in das Holz gebohrt hat.

Puppe
 

Im Kokon verpuppt sich die Larve. Anschließend schlüpft das erwachsene Tier.
Die Metamorphose kann je nach Temperatur zwischen einer und neun Wochen dauern.

Imago - das erwachsene Insekt
 
Die Weibchen sind größer als die Männchen.
Bereits zwischen dem 4. und 10. Tag nach dem Ausschlüpfen beginnen die jungen Weibchen Eier zu legen.
Somit ergeben sich bei guten Bedingungen zwischen vier und sechs Generationen Wachsmotten pro Jahr.
 

Bekämpfung der Wachsmotte in befallenen Nestern:
Gute Erfolge kann man mit Bacillus thuringiensis Präparaten (z.B. B 401 von Sandoz oder  Bacillus thuringiensis Präparaten der Fa. Neudorff) verbuchen.
Das Bakterium produziert Sporen, die ein Toxin enthalten. Beim Aufnehmen der Sporen durch die Raupen, wird das Toxin frei gesetzt und beschädigt die Darmwände. Das führt zum Tod der Larven.
Das mit Wasser selbst angesetzte Präparat wird auf die Waben und im Nestbereich aufgesprüht. Es schadet weder Bienen noch den Hummeln.
 

 


 

Schadbilder von Wachsmottenbefallenen Hummel- und Wespennestern
 

 

Befallenes und zerstörtes Nest einer sächsischen Wespe

 

Befallenes Nest einer Erdhummel

     
 
Wachsmottenbefall im Nest einer sächsischen Wespe


       
 
Ein völlig undurchdringlicher Kokon mit Wachsmottenlarven befand sich nach dem Entfernen eines verlassenen Wespennestes von Dolichovespula saxonica in einem Vogelnistkasten.
Das Gespinst der Wachsmottenlarven konnte nur mit großer Mühe aus dem Vogelnistkasten entfernt werden. Erst mit einer Schere gelang der Einblick in den Kokon, in dem sich etwa 30 Larven befanden.
Der Wabenbau im Wespennest war fast komplett eingesponnen.

 

 


 

 

 

 

User die im Moment diese Webseite besuchen    aktuelle Besucher dieser Webseite