Wussten Sie, dass...

...ein sehr kalter Winter nichts mit dem Wespenaufkommen im folgenden Sommer zu tun hat ?  

 

 

 

 

In Winterruhe befindliche Königin der mittleren Wespe

© Michael Korn 2004

Verborgen an frostgeschützten Stellen mit geringen Temperaturschwankungen, meist in verrottetem Holz oder in Komposthaufen, hinter Baumrinde (siehe Bilder) oder in Holzstapeln, in Hohlräumen in- oder an Gebäuden und unter der Erde, verbringen Wespen- und Hornissenköniginnen die kalte Jahreszeit, - den Winter.

Königin der sächsischen Wespe

in Winterruhe

© Michael Korn 2004

Ihre Beine eng an den Körper gelegt, faltet die Königin die Flügel unter den Hinterleib und verfällt bis zur vollkommenen Regungslosigkeit in eine Winterstarre. Der ganze Organismus schaltet auf Sparflamme, indem sich Herzschlag und Atmung verlangsamen.

 

Selbst bei Außentemperaturen unter - 20° Celsius, findet sich eine Anreicherung von Glycerol im Wespenkörper, das den Zellen als Frostschutz dient und vor dem Erfrierungstod schützt.

 

Aussergewöhnlich - Drei Hornissenkoeniginnen teilen sich den Schlafplatz hinter einer Baumrinde

Gruppenschlafplatz - drei Königinnen der mittleren Wespe

© Michael Korn 2004

 

In Winterruhe befindliche Hornissenkönigin

© Christian Jeschke 2004

Einige Wespenarten überwintern sogar in Gruppen, als Gemeinschaften (siehe Foto - drei Media-Königinnen unter einer Baumrinde -). Diejenigen Königinnen allerdings, die ihr Überwinterungsquartier schlecht gewählt haben, können durch Feuchtigkeit dezimiert oder von Schimmelpilz befallen werden. Auch fallen einige Königinnen Spitzmäusen, Nagern und Vögeln zum Opfer, für die eine fette Wespenkönigin im Winter eine Delikatesse darstellt. Selbst der Mensch wird bis zum Frühjahr einen Teil der in der Winterstarre befindlichen Königinnen entdeckt und vernichtet haben.

So bleiben vom Vorjahr nur wenige Jungköniginnen im Frühjahr übrig, die versuchen, einen neuen Staat gründen.

 

Von der Natur ausgelesen und von Menschenhand getötet, werden selbst jetzt noch einige Wespenköniginnen ihr Leben lassen müssen.

Zum Schluss schaffen es von den vielen Geschlechtstieren aus dem Vorjahr, wenn überhaupt, nur noch ganz wenige Königinnen, einen kompletten Staat zu gründen.