Wussten Sie, warum...

...Wespen im Spätsommer Nahrungsmittel des Menschen anfliegen ?

 

Eingang zum Erdnest der deutschen Wespe

Gemeine Wespe in einem Rollladenkasten

Von den insgesamt acht heimischen Wespenarten werden nur die deutsche- und die gemeine Wespe im Spätsommer, ab etwa August / September, als lästige Besucher auf der Kaffeetafel oder bei Grillfesten zu finden sein. Beide Arten bilden große Völker mit bis zu 7.000 Tieren in versteckten oder unterirdischen Hohlräumen.

Aufgrund der hohen Individuenanzahl benötigen sie deshalb große Mengen süßer, kohlehydrathaltiger Nahrung als "Flugbenzin". Fleisch oder Wurst übrigens, wird nur von diesen beiden Wespenarten für die Brut im Nest gesammelt.

 

Bereits ab Mai / Juni fliegen die ersten Arbeiterinnen der deutschen- und gemeinen Wespe. Flugtiere dieser Arten werden von Mai bis August nie, oder ganz selten auf einer Kaffeetafel zu finden sein.

 

Gemeine Wespe auf einer bluehenden Fetthenne  copyright (c) by G.Weigel 2003

Gemeine Wespe auf einer blühenden Fetthenne

In den Nestern der deutschen- und gemeinen Wespe, bekommen die Arbeiterinnen während der Brutpflege von den Larven ein süßes Speicheltröpfchen als Nahrung. Auch liefern Blumen durch Nektar, kohlehydrathaltige Baumsäfte oder das Honigtau der Blattläuse den begehrten Zuckersaft. 

Deutsche Wespe auf Obstkuchen

Deutsche Wespe auf einem Obstkuchen

 

Erst wenn nach dem natürlichen Sterben der Königin im Spätsommer, ab etwa Ende August - September keine Eier mehr im Nest gelegt werden, sich somit immer weniger Larven in den Waben befinden und die, in der Natur vorkommenden Lieferanten der kohlehydrathaltigen Säfte langsam ihre Produktion einstellen, aber immer noch zwischen 2.000 und 7.000 Arbeiterinnen in den Großnestern der gemeinen- und deutschen Wespe leben, reichen die Speicheltöpfchen der restlichen Larven als "Flugbenzin",  zur Versorgung der Arbeiterinnen nicht mehr aus.

Aufnahme: Tanja Wagenlaender (c) 2006

Wespen auf einem Teller mit Honig

Nun wird auch der Mensch mit seinen Naschereien angeflogen, denn er bietet genügend Ersatz an. 

 

Übrigens:

Mittlere Wespe in einer Felsenbirne

Die Wespenarten wie mittlere Wespe, sächsische- und Waldwespe fliegen nie zu den Süßigkeiten des Menschen oder an dessen Kuchentafel. Auch Grillfleisch oder Wurst gehören nicht auf den Speiseplan dieser Wespenarten. Ihre typischen, freihängenden, grauen Kugelnester mit bis zu 300 Insassen sind bereits im September verlassen.

Hornissen beim Ringeln an einem Apfelbaum

Hornissen beim "Auftanken" von Baumsaft

Auch Hornissen interessieren sich weder für Speiseeis noch für Süßigkeiten oder Fleischspeisen. Ihre Vorliebe für Obst- oder Baumsäfte stillen sich die Arbeiterinnen an den natürlich anfallenden Quellen der Natur. Eiweißkost erjagen sich die Hornissen in Form von lebenden Insekten jeglicher Art. Bis zu 500 Gramm Beutetiere werden so täglich abgefangen.