Wussten Sie, dass...

... der ganze Hornissenstaat umziehen kann, wenn die

alte "Wohnung" zu klein wird ?

 

 

Standort Vogelnistkasten

Hornissenkönigin bei der Brutpflege

Platzmangel

Nach außen gebautes Nest

Foto: © Martin Schroth 2005

Wohnungsnot

 

 

Aufgrund von Nistplatzmangel (ausgehöhlte Bäume etc.) passiert es oft, dass Hornissenköniginnen ihre Staaten in zu kleinen Hohlräumen gründen. Meist sind das Vogelnistkästen, kleine Mauernischen usw. Bietet in der Nestgründungsphase ein kleiner Raum sogar einige Vorteile - die Königin kann ihre Brut besser wärmen.

 

Doch mit dem Heranwachsen des Volkes kommt sehr schnell zu Platzmangel. Solche eingeengten Völker neigen dann, besonders in warmen und trockenen Sommern, sehr stark zur so genannten „Filialbildung". Das bedeutet, dass ein Volk aus der zu engen Behausung an einen Platz mit günstigeren Raumverhältnissen umzieht.

 

Gerade Völker in Vogelnistkästen ziehen häufig um, da ein solcher Nistkasten keine ausreichende Entwicklung der Kolonie zulässt.

 

Gelegentlich behelfen sich die Hornissen dann dadurch, dass sie den Nistkasten von außen umbauen. Regen, Wind und Wetter können aber hier dem vorgebauten Nest stark zusetzen.

Filialbildung im Lagerraum ...

...einer Software Firma am Fenster im 6. OG.

In der Regel beginnen einige Arbeiterinnen an einem geeigneten Platz mit dem Bau eines neuen Nestes, dem so genannten Filialnest. Offensichtlich verfügen die Hornissen dabei über regelrechte „Suchtiere", ähnlich den „Kundschafterinnen" der Bienen, die einen geeigneten Platz suchen. Diese „Suchhornissen" sind offensichtlich in der Lage, andere Arbeiterinnen aus dem Nest zum ausgewählten Platz zu lotsen.

 

Umzug im Pendelverkehr

 

Später fliegt die Königin der Filiale zu, manchmal erscheint sie aber auch schon mit den ersten Arbeiterinnen am neuen Nistplatz.

Im 1. OG eines Reihenhauses...

...Filialbildung an der Gardinenstange...

...eines leer stehenden Zimmers.

Die Brut im Stammnest schlüpft dann nach und nach, und die fertig entwickelten Hornissen fliegen von hier ebenfalls zum neuen Standort. Zwischen dem Stammnest und der Filiale herrscht in dieser Zeit ein regelrechter Pendelverkehr. Nach ca. vier Wochen ist der Umzug zum neuen Nistplatz abgeschlossen. Das Stammnest stirbt jetzt aus. Am neuen Standort jedoch entstand innerhalb von wenigen Tagen eine komplette Hornissenburg.

 

Filialnester können sehr schnell entstehen, da bereits eine größere Anzahl von Arbeiterinnen am Aufbau dieser Kolonie beteiligt ist. So können innerhalb von nur zwei bis drei Wochen Nester von beachtlicher Größe entstehen. Aus Filialnestern hervorgegangene Völker können ebenso stark werden wie normal „gewachsene Kolonien".

 

Somit ist es bei den Hornissen wie bei den Menschen - je größer die Familie wird, umso größer wird die benötigte Wohnfläche.


 

 

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