Erhöhung der Chancen um eine Hornissenansiedlung im Hornissenkasten

 


 

Sofern Sie im Garten bereits umherfliegende Hornissen beobachtet haben, kann man davon ausgehen, dass auch Hornissenköniginnen im Frühjahr nach einem geeigneten Neststandort in der Umgebung suchen. Man hat also alle Chancen, dass eine Königin den bereit gestellten Nistkasten annimmt.

 

 

Wichtig allerdings ist, dass in der Umgebung auch genügend Nahrung zu finden ist.

So genannte "Wespen- oder Futterpflanzen" im Garten, bieten gerade in Nestgründungsphase reichlich Nektar, der von den verschiedenen Wespenköniginnen als Kohlehydrathaltiger Energiespender gerne angeflogen wird. Auch finden sich an solchen Pflanzen andere Insekten ein, die wiederum als Futter für die Larven abgefangen werden.

 

 

Futterpflanzen, an denen Wespen mit ihrer kurzen Zunge die leicht zugänglichen Nektarien erreichen können, sind u. a.:

Blühende Sträucher von Berberitze, Faulbaum und Cotoneaster (Mispel). Hier wäre Cotoneaster Acutifilius zu empfehlen.

 

Die Futterpflanzen allerdings nicht zu dicht an einen Hornissenkasten setzen oder diesen in der Nähe der Futterpflanzen anbringen.

Das kann zu Revierkämpfen führen.

 

Hornissenkönigin an einer Fächermispel

(Cotoneaster horizontalis)

Hornissenkoenigin an einer Faechermispel - Cotoneaster horizontalis

 


 

Nistplatz suchende Königinnen sind recht eigenwillig, wenn es gilt, den geeigneten Neststandort auszuwählen.
Meist werden Vogelnistkästen, Geräteschuppen, Rollladenkästen etc. gegenüber einem geräumigen Hornissennistkasten vorgezogen …

Man kann aber dennoch einen Hornissennistkasten so herrichten, dass man eine etwas größere Chance zu hat, eine Hornissenkönigin anzusiedeln. Hierzu ein paar Tipps:
 
Hornissenköniginnen gründen gerne an einem Absatz aus Holz. An der Dachseite des Hornissenkastens sollte sich eine raue Holzleiste befinden.

  1. Diese Leiste aus Holz schafft ein Mikroklima am Nestansatz.
     

  2. Feuchtigkeit wird aufgenommen und auch wieder abgegeben.
     

  3. Die Leiste hat isolierende Eigenschaften auf das Gründungsnest.
     

  4. Die Königin kann sich besser an der Decke des Nistkastens festhalten. 

 

Neben der Holzleiste kann man zusätzlich noch ein kleines Stück alte Hornissenwabe mit Heißkleber ankleben, das fördert zusätzlich die Gründungsbereitschaft.
 

Das alte Wabenteil vermittelt einer Hornissenkönigin:

  • Nestgeruch
     

  • hier war schon eine andere Königin erfolgreich
     

  • ideales Mikroklima am Nestansatz
     

Anbringen des Hornissennistkastens:

  1. Ein Hornissennistkasten sollte nicht direkt in der Sonne hängen
     

  2. Der Anflug muss für die Hornissen frei erreichbar sein
     

  3. Das Flugloch kann nach Südost ausgerichtet werden. Ist aber nicht zwingend erforderlich
     

  4. Ob der Kasten irgendwo steht oder aufgehängt wurde, Höhe und Anbringungsort spielen keine Rolle.
    Wichtig dabei sind aber die beiden ersten Punkte.

Auf jeden Fall dürfen sich die Hornissen nicht bedroht fühlen, wenn man ständig daran vorbeigehen muss.

Dann sollte man den Kasten mindestens 2-3 Meter hoch anbringen.

 

 

Hier hängt der Hornissenkasten etwa 2,5 Meter hoch. Unter dem Dach wird ständig gelaufen, Wäsche aufgehängt oder das Fahrrad abgestellt. Es kam bisher zu keinerlei Konfrontationen.


 

Wer einen Beobachtungskasten besitzt, wird natürlich den Kasten leicht zugänglich installieren.

 


 

Wer seinen Hornissennistkasten selbst baut, kann bezüglich des Einflugs folgendes beachten:
 
Nach Beobachtungen werden die Meinungen laut, dass Kästen mit einem Einflug-SCHLITZ  lieber angenommen werden, als Kästen mit einem (oder mehreren) runden Einflug-LOCH
Diese Aussage bezieht sich auf verschiedene Beobachtungen während der Nestgründungsphase, ist aber nicht zu 100% nachgewiesen. Dennoch aber einen Versuch wert ...

 


 

Zur besseren Temperaturregulierung werden von den Hornissenköniginnen viel lieber kleinere, gemütliche Neststandorte angenommen

 

Deshalb sollte man den geräumigen Hornissenkasten mindestens um die Hälfte unterteilen.

Hierzu kann man mit einem Brett den Hornissenkasten wenigstens halbieren - eher noch kleiner machen.

Den Einflugschlitz nur für die obere Einteilung frei machen.

Bei erfolgreicher Ansiedlung kann man die Unterteilung nach etwa 14 Tagen entfernen und so das gesamte Nistkastenvolumen frei geben.

 


An manchen Hornissennistkästen ist am Boden ein Ablaufschlitz für flüssige Exkremente eingearbeitet.

 

- Während der Nestgründungsphase sollte dieser Schlitz mit Moos oder Küchenrollenpapier abgedichtet werden.

 
- Das Abdichten verhindert Zugluft zwischen Boden und Flugloch.
  Gerade in der Nestgründung sind Hornissenköniginnen besonders gegen auskühlende Zugluft empfindlich.
 
-
Das Moos oder Küchenrollenpaper zersetzt sich später im Abfallhaufen unter dem Hornissennest

 


Um weitere Ansiedlungschancen zu nutzen, kann man in seinem Garten so genannte Hornissen-Lockkästen aufhängen.
  • Der Lockkasten ist nicht größer als ein Vogelnistkasten.
  • An der Dachseite des Kastens befinden sich zwei Holzleisten, auf die, ähnlich einer Schublade, ein Brett geschoben wird.
  • An diesem Brett befindet sich eine raue Holzleiste und ein Stück Hornissenwabe (wie bereits oben beschrieben).
  • Wird der Ansiedlungskasten von einer Hornissenkönigin besiedelt, wartet man, bis die ersten Larvenzellen verdeckelt sind.
    Anschließend geht man folgendermaßen vor:

      a.    Warten bis die Hornissenkönigin zu einem Versorgungsflug abfliegt
b.    Den Lockkasten gegen einen geräumigen Hornissennistkasten tauschen.
c.    Anflugschlitz/Loch des Hornissennistkastens befindet sich in etwa gleicher Höhe und Größe
d.    Jetzt wird das eingeschobene Brett samt Anfangsnest aus dem Lockkasten gezogen und in den Hornissennistkasten,    ebenfalls auf zwei Holzleisten, wieder eingeschoben.

- Fertig bist die Umquartierung in den geräumigen Hornissenkasten -

 


 

Weiterhin kann man seinen Hornissennistkasten oder Lockkasten so vorbereiten, wie es Hans Bugert, in der Praxis erfolgreich mit seinen Lockkästen durchführt:

 

  • Mit einem Gemisch aus Sägespänen und einem altem, grob zermahlenem Hornissennest werden die Wände des Nistkastens verkleidet.

  • Die Wände werden mit Lösemittelfreiem Holzleim bestrichen.

  • Auf den frischen Holzleim wird das Granulat aus Sägespänen und Nestteilen aufgestreut.

  • Nach dem Trocknen werden überflüssige Späne entfernt.

 


 

 Auch in diese Variante wird von Nest suchenden Königinnen gerne bevorzugt:
 

◄  Das Einflugloch wird mit zwei rauen Holzleisten so verkleinert, dass es ein Einflugschlitz wird

 

 

 

 Wabenstücke werden rechts und links neben dem  Einflugschlitz befestigt

und zeigen den Weg nach oben.  ►

 An der Kastendecke befindet sich die raue Leiste und Wabenteile von einem alten Hornissennest.

 

 Natürlich sind solche Lockkästen nicht nur für Hornissen interessant.
Sächsische Wespe oder Waldwespe beziehen ebenso gerne solch eine vorbereitete "Villa" .
  ►


 

 


 

Noch ein Tipp aus der Praxis:

 

Sehr oft wird eine Nestgründung mehrmals, von anderen Königinnen übernommen. Dabei wird meist eine Königin auf der Strecke bleiben. Auch im Revierkampf überlebt oftmals nur eine Königin. Wenn man Pech hat, ist das gerade die Königin aus dem Hornissenkasten.

Nach erfolgreicher Ansiedlung des Hornissenkastens sollte man deshalb den Einflug so verkleinern, dass die Nestgründerin gerade noch passieren kann.

 

Grund:

Eine fremde Königin übersieht oder meidet solch kleine Fluglöcher.

Auch kann die Nestgründerin einen kleinen Einflug, gegenüber Usurpantinnen, besser verteidigen.

 

Somit einfach, mit einem kleinen Brett, den Einflug verkleinern.

Wenn in der Sozialen Phase nur noch die Hornissenarbeiterinnen ausfliegen, wird das Brett wieder entfernt und der Einflug wird wieder vergrößert.

 


 

Aufnahmen © Hans Bugert und Peter Tauchert

 


 

 

Wer einen Hornissenkasten erwerben möchte, den möchte ich auf den Link Bezugsquellen innerhalb dieser Homepage verweisen.

 

 


 

 
   
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