Larvenrausschmiss / Larvenrauswurf

Wir haben seit dem Frühjahr ein Wespennest auf dem Balkon.
Seit ein paar Tagen (Juli/August) liegen lauter tote Wespenlarven auf der Terrasse. Es werden immer mehr ...

Ich habe ein Wespennest vor meiner Haustür, seit ein paar Tagen werfen die Wespen ihre Larven aus dem Nest.
Ferner bemerke ich ein vermehrtes Sterben der Wespen (September/Oktober) ...

Was ist da los?


Jedes Wespennest stirbt im Spätsommer oder im Herbst von alleine ab.

 

 

 

Am Ende eines Lebenszyklus spricht man von der Absterbephase im Wespennest.

 

Langkopfwespen mit ihren grauen, handballgroßen und sichtbaren Nestern sterben bereits, je nach Art, im Juli, bis spätestens September ab.

Kurzkopfwespen und Hornissen sterben im September bis November ab.


Wie kommt es zum so genannten Larvenrauswurf oder Larvenrausschmiss?
 


 

Die Nestgründerin und Königin stirbt nach etwa einem Lebensjahr.

(im Vergleich, eine Arbeiterin lebt nur etwa 4 Wochen ...)

 

Jetzt werden keine Eier mehr in die Wabenzellen gelegt und das Volk stirbt langsam ab. Das kann etwa 4-8 Wochen andauern

Zu diesem Zeitpunkt verlassen bereits die ersten Geschlechtstiere (Männchen (Drohnen) und Jungköniginnen) das Wespennest.


Im letzten Drittel der Absterbephase befinden sich, bedingt durch das natürliche Sterben der Arbeiterinnen, nicht mehr genügend "Versorger oder Ammen" für die Larven im Wespenstaat.
 

                     

 

Aufgrund von Futtermangel und fehlender Fürsorge (z. B. Wärmeerhalt), durch die fortschreitende Reduzierung der Arbeiterinnen, sterben auch die Larven langsam in ihren Wabenzellen ab oder werden krank.

Die toten und schwachen Larven fallen aus den Zellen und liegen in den Wabengassen auf den darunter befindlichen Wabentellern. Sie können beim Verwesen Seuchen im Nest hervorrufen.

 

Bis zum letzten Atemzug sind Arbeiterinnen darauf bedacht, keine Krankheiten oder Seuchen im Staat aufkommen zu lassen.

 

So werden die toten oder kranken Larven und auch Puppen aus dem Nest befördert.

 

Zum Schluss werden auch gesunde Larven aus den Zellen gezerrt. Selbst verdeckelte Zellen werden aufgebrochen und die Puppen entsorgt.

 

Mit dem Larvenrauswurf werden die Larven massiv reduziert. Auch Geschlechtstierlarven und Puppen fallen diesem Verhalten zum Opfer.
Vermutlich dient der Larvenrausschmiss zum Einpegeln eines optimalen Arbeiterinnen-Larvenverhältnisses, sodass restliche Larven und die im Nest befindlichen jungen Geschlechtstiere optimal versorgt werden.

 

Auch bei einem massivem Verlust von Arbeiterinnen, durch z.B. schlechtes Wetter, einem Überfall durch einen Fressfeind oder dem Eingriff des Menschen, ist solch eine Larvenreduzierung erforderlich. Nur durch ein richtiges Arbeiterinnen-Larvenverhältnis kann eine optimale Versorgung der übrigen Larven gewährleistet werden. In der Absterbephase allerdings erfolgt das Phänomen des Larvenrauswurf bis zum Ende des Wespenstaates.

 

Es kommt auch vor, dass inmitten der Hauptsaison, das vorzeitige Sterben der Königin oder Brutkrankheiten den Larvenrauswurf auslösen.

 

                     

 

Rund um ein Wespennest findet man in der Absterbephase viele tote Larven auf dem Boden.

Diese werden gerne von Vögeln und Ameisen aufgesammelt und dienen als Nahrung.

 


 

Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen von © Hans Bugert, Ralf Schreck und Peter Tauchert

 


 

 

 

 


 

   
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