Natürliche Feinde der Wespen in der Übersicht

Wespen vermitteln durch ihre schwarz  - gelbe  Warnfärbung
und ihre Wehrhaftigkeit den Eindruck sie seien keine Beute.

Keine Beute ? - Das ist keineswegs so -

In der Natur gibt es genügend Spezialisten, die sich auf Wespen und deren Brut spezialisiert haben.

 

Natürliche Feinde von Wespe, Hornisse & Co.

 

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Säugetiere (Mammalia)

 

Vor allem die Insektenfresser sowie auch andere fleischfressende Arten unter den Säugetieren wie z.B. Spitzmäuse, Igel, und Dachse und Bär verspeisen die proteinhaltige Wespenbrut. Auf Wespen spezialisiert sind sie allerdings nicht. Außerhalb der Nester besteht kaum die Möglichkeit eines der Flugtiere zu erwischen.

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Vögel (Aves)

 

Vögel jagen auch den erwachsenen Flugtieren nach. Neuntöter und vor allem, wie der Namen schon sagt, Bienenfresser und Wespenbussard haben sich auf die Stechimmen spezialisiert. Sie graben die in der Erde befindlichen Nester der Gemeinen-, der Deutschen- und der Roten Wespe aus, zerstückeln die Waben und fressen die Brut. Der Wespenbussard verfüttert die Larven auch an seine Jungen. Er fängt ebenfalls die Vollinsekten. Allerdings nicht nur die der genannten Arten, sondern auch insbesondere die Hornissen. Der Verteidigungsapparat seiner Beute wird geschickt mit Stachel und Giftdrüse abgebissen, bevor er die Wespe verschluckt.

Meisen und Spechte sowie andere Weichfresser erbeuten eher die Brut der in morschem Holz, Pflanzenstängeln und Gallen lebenden solitär lebenden Wespen.

 

Insekten (Insecta) gehören zu den größten Feinden der Wespen:

Spinne mit erbeuteter Wespe

 

Spinnen

 

Spinnen haben durch die Jagd mit ihren Netzen ein leichtes Spiel mit Wespen, Bienen und anderen Insekten. Aus kleinen und schwächeren Netzen allerdings können sich Wespen problemlos befreien. Sie trennen einfach mit den Mandibeln die Fangfäden durch, oder diese zerreißen einfach unter dem Eigengewicht der Wespe.

Libellen

 

Libellen (Odonata) sind aufgrund ihrer Größe Wendigkeit und Schnelligkeit erwartungsgemäß geeignete Wespenjäger, die mit ihren kräftigen Kiefern problemlos mit einer Wespe fertig werden.

Allerdings können wiederum Libellen von Hornissen bejagt werden.

Schmetterlinge

  • Große Wachsmotte (Galleria melonella)

  • kleine Wachsmotte (Achroea grisella)

  • Hummel-Wachsmotte (Aphomia sociella)

gehört zu der Familie der Zünsler (Pyralidae) und ist ein unauffälliger Kleinschmetterling.

Die Raupen machen sich über Nestabfälle, Waben und Wespen-, Hummel-, oder Bienenbrut her. Wie bereits der Name des kleinen Schmetterlings verrät findet man ihn nicht nur in Wespennestern sondern eher häufiger in Hummel- und Bienennestern, wo die Larven vernichtenden Schaden anrichten können.

 

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Gottesanbeterinnen oder Fangschrecken

 

Gottesanbeterinnen (Mantis) erbeuten blitzschnell mit den Fangbeinen ihre Opfer. Beobachtung, Beschleichen oder Verfolgung gehört zur Jagdtaktik der Gottesanbeterin. Zeitweise gehören auch Wespen zu den Beuteinsekten.

 

 

 

Fliegen

machen im Vergleich zu den stachelbewehrten Wespen einen harmlosen Eindruck. Dennoch gehören sie zu den ärgsten Feinden:

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Raubfliegen (Asilidae) lauern von einem Ansitz aus und stürzen sich auf ihre vorbeifliegenden Opfer, packen es mit ihren kräftigen Beinen und saugen es mit ihrem Stechrüssel völlig aus.

 

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Dickkopffliegen (Conopidae) klammern sich auf erwachsenen Wespen an und legen zwischen zwei Hinterleibssegmente ihr Ei. Die Maden fressen ihren Wirt von innen her auf.

 

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Schmarotzerfliegen (Tachinidae). Ihre Larven sind häufig in Wespennestern zu finden

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Käfer

 

Der Wespenkäfer (Metoecus paradoxus -Bild unten-) ist ein Parasitoid und legt seine Eier, in der Nähe von Nestern der gemeinen- oder deutschen Wespe, in den Boden. Die geschlüpften Käferlarven eines ersten Entwicklungsstadiums warten auf vorbeikommende Wespenarbeiterinnen und heften sich an diese, um so ins Nest zu gelangen. Dort bohren sie sich in die, in den Brutzellen befindlichen Wespenlarven. Im Wirt entsteht die zweite Entwicklungsform des Wespenkäfers, aus dem er schlüpft und sich in der Brutzelle der Wespenlarve verpuppt. Die fertigen Käfer erscheinen im Spätsommer außerhalb des Wespennestes.

Wespen  fressen auch Wespen auf dreierlei Weise:

 

1. Die Hornisse kann kleinere Wespenarten erbeuten (Bild). Das Fleisch wird zum Nest transportiert und an die eigenen Larven verfüttert.

2. Die parasitoide Wespe legt ihre Eier an die Larve einer anderen Wespenart. Dessen Larve ernährt sich nun von der Wirtslarve. Knapp ein Drittel aller Wespenarten pflanzen sich so fort.

3. Die Kuckuckswespe dringt in das Nest einer verwandten sozialen Faltenwespe ein, tötet dort die Königin und lässt die eigenen Larven von den Arbeiterinnen des Nestes versorgen. Dieses Volk geht hierdurch nach und nach zugrunde.
 

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Ameisen

 

sind traditionelle Wespenfeinde aus der Verwandtschaft. Die Arbeiterinnen können zwar nicht fliegen, sind aber durch ihre große Zahl und Aggressivität für die Wespenbrut eine Gefahr.

Der dünne Stiel, an dem die Wespen ihre Wabenetagen aufhängen, hat sich nicht zufällig entwickelt. Er stellt eine leicht zu verteidigende Engstelle dar, an der die Wespen die feindlichen Scharen stellen und aufhalten können.

 

 

Fadenwürmer

 

befallen auch Wespen. Ihre Eier werden bei der Wasseraufnahme aufgenommen und gelangen beim Füttern in den Darm der Larven sozialer Faltenwespen, wo sie schmarotzen.

 

 

Pilzbefall

 

Ist in feuchter Umgebung eine häufige Todesursache der Wespenbrut.

 

 

Milben

kommen auch auf den Körperoberflächen von Wespen vor, scheinen aber dort keinen Schaden anzurichten. Anders bei Hummeln oder Bienen. Hier leben Milben schmarotzend auf der Körperoberfläche ihrer Wirte. Nach und nach werden die Wirte so geschwächt, bis sie sterben.

 

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Pflanzen (Insektivoren)

Textquelle: www.fleischfressende-pflanzen.org

 

Fleischfressende Pflanzen sind auf allen Erdteilen zu finden. Sie leben in nährstoffarmen Mooren oder an kargen Standorten. Die Pflanzen können ihrem Standort wenige Nährstoffe entziehen, deswegen müssen sie sich anderer Nährstoffe bedienen. Sie haben ihre Blätter zu raffinierten Todesfallen umgebildet. Durch süßen Nektarduft und prächtige Farben verheißen die Pflanzen den Insekten, u.a. auch den Wespen, einen besonderen Genuss. Doch die Verführung führt zum Tode. Statt Nektar zu saugen, wird das Insekt selbst ausgesaugt. So versorgen sich die Fleischfressenden Pflanzen mit zusätzlichen Nährstoffen.

     

Mensch

Der Mensch ist eigentlich kein natürlicher Feind der Wespen. Da Wespen für den Menschen nicht unmittelbar von nutzen sind, wie z.B. die Honigbiene und auch sonst keine Vorteile zu bringen scheinen. Dem  Chemieeinsatz in der Landwirtschaft und der Vernichtung von Lebensräumen für Freizeit, Verkehr und Wirtschaft fallen viele Wespenarten zum zum Opfer. Außerdem fühlen sich manche Zivilisationsmenschen, die für die Natur kein Verständnis mehr haben, allein durch die Anwesenheit eines Wespenvolkes bedroht und glauben, den "bösen Feind" vernichten zu müssen.