Gemeine Schornsteinwespe

Odynerus spinipes

 

 

 

 

Steckbrief


 
Ute Davidsen © 2014

Die Gemeine Schornsteinwespe (Odynerus spinipes) gehört in die Ordnung der

Hautflügler (Hymenoptera) und hier in die Familie der Lehmwespen,  Eumenidae


 
Anne und Horst Helwig © 2013
www.helwig-naturfoto.de

 

Verbreitung:

in Mitteleuropa weit verbreitet

 

 

 

Lebensraum:

In Kolonien an Sandhängen und an lehmhaltigen Steilwänden. Besonders am Rand von Sandgruben oder am Ufer von Baggerseen.

 

 

 

Gerne werden auch angelegte Lehmwände an Wildbienennisthilfen besiedelt.

Die Anlage einer Brutröhre an der Insektennisthilfe im Botanischen Garten in Kiel
 

Körperlänge:
 

9 - 13 mm

 

 

Flugzeit:

 

Juni bis Juli

 

Männchen nur im Juni

an ihren eingerollten Fühlerspitzen zu erkennen

 
Weibchen Juni und Juli

Kennzeichen:

schlank gebaut mit schwarz-gelb gezeichnetem Körper

Gelbe Hinterleibsringe relativ schmal

 

Lebensweise:

unschwer ist diese Lehmwespenart an ihrem verlängerten, schornsteinförmigen Nesteingang zur Brutröhre erkennbar.

 

Die Nistgänge werden schräg, nach unten gegraben.

 

Dabei wird der lehmhaltige Untergrund mit herbei getragenem Wasser aufgeweicht ...

 

 ... und das abgetragene Material ringförmig um den Röhreneingang geklebt.

 

Nach und nach entsteht so der bogenförmige Vorbau, von manchmal 5 cm Länge.

Der gegrabene Gang wird am Ende zu einer länglichen Kammer erweitert.

An die Decke der Kammer wird ein gestieltes Ei abgelegt.

 

Erst nach der Eiablage beginnt das Eintragen der Larvennahrung.

 

 

Ernährung:

Flugtiere suchen Nektar an Blüten mit offen liegenden Nektarquellen.

 

Die Larvennahrung besteht ausschließlich aus den Larven des, z. B. an Luzerne lebenden Rüsselkäfers. Etwa 20 dieser grünen, raupenähnlichen Käferlarven werden in eine Brutzelle eingetragen.

Ist eine Brutkammer fertig gestellt, werden anschließend weitere Gänge seitlich abgezweigt und neue Brutkammern eingerichtet.

 

 

 

 

 

 

Warum solch sonderbare Nesteingänge gebaut werden ist noch unklar.

Man geht davon aus, dass die Röhre als Materialdepot für den Abraum aus der Brutkammer dient. Am Ende des Nestbaus nimmt die Wespe Material von der Röhre ab, um den eigentlichen Nesteingang wieder zu verschließen.

Nach Fertigstellung der Brutkammern und nach dem Verschluss des Nesteingangs kann es passieren, dass der Schornstein abbricht oder durch Regenwasser abgespült wird. Dann erinnert nichts mehr daran, das sich im "Untergrund" Brutkammern mit heranwachsenden Schornsteinwespen befinden.

 


Zahlreiche Hautflügler, Zweiflügler und Käfer
schmarotzen in den Brutkammern der Schornsteinwespe

 

Auf den hervorragenden Aufnahmen von Horst Helwig kann man beobachten, wie eine Goldwespe (Chrysis sp.) auf die Gelegenheit wartet, ihr Ei in die Brutkammer der Schornsteinwespe abzulegen.

 


 
Die Aufnahmen dieser Seite wurden mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von:

 

 Anne und Horst Helwig © 2013 / www.helwig-naturfoto.de

 

Ute Davidsen © 2014

 




 



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