Große Lehmwespe

Delta unguiculatum

 

 

 

 

Steckbrief

Die Große Lehmwespe (Delta unguiculatum) auch Delta Lehmwespe genannt,

 gehört in die Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera),

Familie der Faltenwespen (Vespidae),

und hier in die Gruppe der Lehmwespen,  Eumenidae, Gattung Delta

Flugzeit:

 

Juni bis Ende August.

 Die Männchen erscheinen zuerst.

 

 

 

Verbreitung:

 

von Mitteleuropa bis Kleinasien.

Die Tiere fliegen in einer Generation von Anfang Juni bis Ende August.

 

In Mitteleuropa ist die große Lehmwespe sehr oft in innerstädtischen Bereichezu finden.

Die Art breitet sich, begünstigt durch steigende Durchschnittstemperaturen, weiter nach Norden aus.

Körperlänge:
 

Weibchen: 20 - 26 mm

Männchen: 16 - 20 mm

 

Die größte, solitär (einzeln) lebende Faltenwespe Mitteleuropas.

Kennzeichen:

 

Der Körper ist schwarz und teilweise dunkelrot gefärbt, der Hinterleib ist mit breiten, gelben Binden gezeichnet. Durch ihre Färbung und Größe ist die Große Lehmwespe leicht zu bestimmen

 

 

 

 

 

 

Lebensraum:

 

Verbreitung oftmals im Siedlungsbereich.

 

Die Lehmnester (Tönnchen) findet man an sonnenbeschienenen, rauen Oberflächen und an den Verputzen von Gebäuden.

 

Der Nestbau kann nach einer maximal dreiwöchigen Bauzeit, aus mehreren Brutkammern bestehen, die zum Schluss mit lehmigen Mörtel "verputzt" werden.

 

Letztendlich erscheint das Gebilde Nestes als getrockneter Lehmklumpen an der Fassade.

Ernährung:

 

Flugtiere suchen Nektar an Blüten mit offen liegenden Nektarquellen.

Die Larvennahrung besteht aus eingetragenen Eulen- oder Spannerraupen,

 

 

 

Lebensweise:

 

Ein Ei wird jeweils an die Decke einer fertig gestellten Zelle geheftet.

Erst nach der Eiablage beginnt das Eintragen der Larvennahrung.

 

Eine Brutzelle wird mit zwei bis drei Spanner- oder Eulenfalterraupen bestückt.

Davon ernährt sich die Larve etwa 12 Tage und verpuppt sich anschließend in einem Kokon, worin sie gut geschützt den Winter übersteht.


 

Die Aufnahmen dieser Seite wurden mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von:

 

Hans und Monika Böller © 2017

 






 

03. Juni 2018

 

Schlupf der Großen Lehmwespe

 

Nach der Dokumentation der Nestanlage der Großen Lehmwespe (Delta unguiculatum),

gelangen Hans und Monika Böller die sehr seltenen Aufnahmen vom Schlupf einer Großen Lehmwespe:

 

 

03.06.18 - 10:39 Uhr

 

Drei Große Lehmwespen sind bereits geschlüpft, was man an den Löchern erkennen kann.

Zwei Stunden später war es soweit. Eine kleine feuchte Stelle kündigt das Schlüpfen einer jungen Lehmwespe an ...

 

03.06.18 - 12:33 Uhr

 

.... aus der feuchten Stelle entsteht schnell ein kleines Loch, in dem kurz darauf bereits der Kopf der jungen Lehmwespe zu erkennen ist.

Es scheint, als ob die junge Wespe mit einem Flüssigkeitstropfen den Lehm aufweicht, um sich danach, mit den Mandibeln, ein Schlupfloch nach außen zu beißen.

 

Innerhalb von nur einer Minute schlüpft die junge Lehmwespe aus ihrer Zelle, läuft über den Lehmbau nach oben, entleert sich dabei und fliegt davon.


 

 

Insgesamt sind aus dem in 2017 gefertigtem Lehmbau, sechs große Lehmwespen geschlüpft.
 


04.06.18

 

Heute interessiert sich eine Töpfergrabwespe (Trypoxylon figulus) für die verlassene Brutzelle.

 

Die Töpfergrabwespe ist eine der häufigsten Grabwespenarten.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Grabwespen nistet diese Art gerne in bereits vorhandenen Hohlräumen, also auch in Nisthilfen, Lehmlöchern, Pflanzenstängeln etc.

 

In solch einem Hohlraum werden etliche paralysierte Spinnen eingetragen, die dem Nachwuchs als Futter dienen ...

 

 

 

 

 

 

Am 24.08.18 sind fünf der sechs Schlupflöcher, aus denen im Juni die jungen Lehmwespen schlüpften, mit einem rotbraunen Lehmpfropf verschlossen.

 

Hier werden in der nächsten Saison junge Töpfergrabwespen ausschlüpfen ...



 


 

 

 

10.06.18 Etwa 60 Meter vom oben dokumentierten Nistplatz wurde ebenfalls an einer Hausfassade ein neuer Nistplatz der großen Lehmwespe entdeckt.

 

 

Hier bestückt bereits ein Weibchen der Großen Lehmwespe die Brutzelle mit betäubten Spannerraupen. Ob sie ein Ableger aus dem dokumentierten Nistpaltz ist?

 

 

 

Am nächsten Tag ist die kleine Lehmtonne bereits verschlossen.

 

 

 

Somit ist der Grundstein für eine weitere Generation der Großen Lehmwespe (Delta unguiculatum) gelegt ...

 

Aufnahmen:

 

Hans und Monika Böller © 2018

 

 


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