Diese Bildergalerie wurde freundlicherweise von Herrn Gerhard Kober zur Verfügung gestellt.

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Frei hangendes Nest der Deutschen Wespe

auf der Terrasse von Gerhard Kober und dessen Geschichte:

 

 

 

23.August 2008 - Was sind das für Wespe?

 

Vor kurzem war meine Schwester bei uns zu Besuch und als aktive Naturschützerin völlig begeistert von meinen Untermietern. Wir waren über die Begeisterung meiner Schwester erstaunt, denn wir hatten nicht das Gefühl, dass sich bei uns etwas Besonderes abspielt.

Für uns war das desalb nichts Besonderes, weil wir in den letzten Jahren fast immer ein Wespennest auf oder über der Terrasse hatten.

An der Pergola im Hintergrund befindet sich eine Steckdose. An dieser Steckdose (Pfeil) das Wespennest.

Wir haben uns in all den Jahren ganz normal auf der Terrasse bewegt, gegrillt, gegessen und (mit Torte) Kaffee getrunken. Nie wurden wir von unseren Untermietern belästigt. Sicher, wenn der Tisch gedeckt war, kam der unvermeidliche Spähtrupp und erkundete, ob hier nicht irgendwelche Leckerbissen herumliegen. Aber nach wenigen Minuten war immer Schluss und wir konnten in Ruhe, aber mit Vorsicht essen und trinken.

 

Ja, weswegen schreibe ich das Alles eigentlich?

Meine Schwester ist total Begeistert! Sie kennt einen Fotografen, der für die hiesige Lokalzeitung fotografiert und schreibt. Dieser Reporter war von der Geschichte dermaßen begeistert, dass er sie in die Zeitung bringen will. Jetzt wollte ich wenigstens wissen, wer da auf meiner Terrasse so interessant ist. Also machte ich mich auf ins Internet, um Näheres über meine kleinen Nachbarn zu erfahren. Was ich da über Ausrottung, Vergiftung, Erstickung oder wie in einem obskuren Vorschlag, "in der Plastiktüte ertränkt", erfahren habe, hat mich doch sehr erstaunt, da ich seit Jahren selbst erlebe, wie friedlich diese Tiere sind, wenn man sie in Ruhe lässt.

 

Jetzt bin ich aber mal neugierig um wen es sich hier handelt! Ich möchte doch, wenn unser Reporter auftaucht, unsere Mininachbarn korrekt vorstellen können.

 

Durch einen "Klick" auf die Miniaturbilder erscheinen diese vergrößert in einem gesonderten Fenster.

 

Nach der Beschreibung und den Aufnahmen handelt es sich hier um die als "Kurzkopfwespe" bezeichnete Deutsche Wespe.
Irritierend ist natürlich das Frei hängende Nest an der Terrassenpergola. Dennoch, Muschelförmige, graue Neststruktur und Farbe deuten ebenfalls darauf hin, wie der Zeitpunkt des noch recht gut belebten Nestes. Die Mittlere Wespe fiel schon wegen des späten Saisonverlaufs (Ende August) außer Betracht.

 


Wenn meine Schwester die Begeisterung packt, ist sie offensichtlich nicht zu bremsen. Außer dem Journalisten hat sie auch noch einen Hornissen- und Wespenexperten aufgescheucht, der uns besucht hat. Es handelte sich hier um einen liebenswerten, älteren Herrn , dessen Augen ein direkt jugendliches Funkeln bekamen, als er über sein Lieblingsthema redete.

 

Ich gebe jetzt mal kurz seine Meinung wieder:

 

Es handelt sich bei unseren Nachbarn um die Mittlere Wespe. Aber der Nestbau ist recht seltsam.

Weil, die Deutsche Wespe baut keine Nester im Freien, aber die Mittlere Wespe baut keine solchen Nester???

 

Zum Beweis fing er auch zwei Exemplare, um sie mit der Lupe zu untersuchen. Und prompt hatte er den Beweis. Die eine Wespe hielt den Kopf sehr schön in die Lupe und man konnte ganz deutlich den dunklen Strich, der ungefähr bis zu zwei Dritteln von oben hereinlief, erkennen. Aber als die zweite Wespe den Kopf etwas drehte, hatte die, in meinen Augen, dort, wo die andere den Strich hatte, drei schöne klar zu sehende Punkte Expertenmeinung: Es gibt da natürlich Variationen.

 

Jetzt stehe ich also da, mit einer Mittleren, Deutschen Wespe. Oder besser gesagt, mit einer

 Mitteldeutschen Wespe mit einem Sinn für extravaganten Hausbau.

 

Dem "Experten" habe ich übrigens noch mitgeteilt, dass die Deutsche Wespe eindeutig identifiziert ist und ihm auch versucht zu erklären, warum es diese sein musste und keine andere. Er hat zwar etwas gesagt wie: "Ja, da schau her. Man lernt halt nie aus!", aber irgendwie hatte ich den Eindruck, dass er insgeheim doch bei seiner Meinung bleibt.


 

31. August 2008 - Unser "Rasender Reporter"

 

Und dann kam der Reporter!

Ein kleiner Mann mit einem großen, breiten Lächeln. Und einer noch größeren Kamera. Mit einem Objektiv, hinter dem die Kamera fast verschwand. Eines ist klar: Der Mann macht Fotos auf denen man sehen kann, ob die Wespen die Stirn runzeln. Ich bin begeistert!  Zumal der freundliche Herr sich offensichtlich für das Thema sehr interessiert - In seiner Eigenschaft als Lokalreporter natürlich.

Denn schließlich hört man aus dem Stadtbereich, wir wohnen etwas abseits auf dem Land, dass dort die Wespen heuer besonders aggressiv sind.

 

Also brannte ich darauf, ihm mein geballtes, neu erworbenes Wissen zu überlassen. Ich erklärte, dass meine Wespen zu der verrufenen Sorte "Deutsche Wespe" gehören, die angeblich zu den aggressiveren  gehören.

Frage: "Ach, es gibt also verschiedene?" Antwort: "?"

Ich erkannte einen großen Acker des Unwissens, den es zu bestellen galt und fing an zu ackern.

Das war natürlich für mich nicht besonders leicht, da ich es unbedingt vermeiden wollte etwas sachlich Falsches zu erzählen. Da war mir Ihre Seite wieder eine große Hilfe. Ich habe sie ihm auch wärmstens empfohlen. für seine bestimmt noch notwendigen Recherchen.

Hintergrundgeräusch unserer Unterhaltung war ein Dauerklicken, das von seiner Kamera kam. Ich schätze mindestens 40 oder 50 Bilder, mit unterschiedlicher Ausleuchtung des Nestes. Nach etwa einer halben Stunde hatten wir unser Shooting hinter uns, der freundliche Reporter dankte vielmals und verabschiedete sich.

Die nächsten Tage ließ ich den Computer nicht mehr aus den Augen und wartete gespannt auf den Artikel in der Wochenendausgabe unserer Tageszeitung. Nun, so lange brauchte ich nicht zu warten, denn der Artikel erschien schon am Mittwoch:

 

 

"Welch großartig recherchierter Artikel" ?!

 

Wenigstens ist der Name richtig geschrieben. Ansonsten blieb von unserer Unterhaltung nur übrig, dass das Nest im Freien hängt und ca. 25 cm lang ist. Der Rest ist schöpferische Freiheit.

Eine Lehre steckt ja in dem Ganzen auch noch: Alles was man so liest, sollte man mit Vorsicht genießen!

 

Reaktionen auf den Artikel gab es natürlich auch, von Arbeitskollegen und Nachbarn.

Zuverlässig die erste Frage: "Seid ihr euer Wespennest schon losgeworden?" Dann leicht entsetzte Reaktion, wenn ich sage, dass wir das Nest behalten.

 

Meine Untermieter bauen fleißig weiter. Das Nest misst jetzt ca. 30cm. Das Baumaterial scheinen sie sich von den Balken und Brettern (oben im Bild) zu holen.


 

04. September 2008 - Wespe im Regen

Gestern hatten wir etwas, für unsere Wohnlage sehr seltenes: Ein gut ausgereiftes Unwetter, mit waagrechtem Regen und  dazu passendem Sturm. Entsprechend sieht das Haus meiner unmittelbaren Nachbarn momentan aus:

 

 

Was man auf dem Bild schlecht sieht: Das Nest ist ziemlich durchgeweicht.

Die Reparaturarbeiten laufen momentan etwas lustlos an. Die eine Wespe räumt zumindest schon ein paar Trümmer weg, während die anderen eher gefrustet auf dem Nest herumklettern und die Schäden besichtigen. Besonders oben am Nestansatz fehlt ein ganzes Teil:

 

Allerdings: Während ich dies hier schreibe kommt die Sonne schon mal sehr vorsichtig durch die Wolken und schon ist hier wieder Flugtag. Sie sind wieder eifrig unterwegs zwischen ihrem persönlichen Baumarkt unterm Dach und ihrer Ruine.

Mal schauen, wie lange sie für die Reparatur brauchen.


10. Oktober 2008

 

Meine kleinen Nachbarn haben ihr, vom Unwetter zerzaustes Gebäude wieder instand gesetzt. Aber, wie ich finde, sehr lustlos und künstlerisch überhaupt nicht mehr wertvoll. Seit etwa vierzehn Tagen geht`s aber so richtig bergab.

Ich vermute, wir nähern uns dem Ende der Geschichte.

 

 

 

17. Oktober 2008

 
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02. November 2008 - Ende, Over and Out!

 

Ein leichter Windstoß hat dazu geführt, dass meine Steckdose auf der Terrasse wieder ohne Risiko frei zugänglich ist:

 

Ich weiß jetzt auch, wo der Ausdruck: "Am Boden zerstört" herkommt.

 

 


Aufnahmen und Text von Gerhard Kober © 2008

 

 

 

 

 

 


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